Vor Knie-OP
7 Dinge, die Orthopäden Patienten vor einer Knie-OP raten
Seit zwanzig Jahren begleite ich Menschen auf dem Weg zu einer Knieoperation. Die wichtigsten Ratschläge gebe ich in meiner Sprechstunde fast jede Woche. Hier stehen sie zum ersten Mal gesammelt.

Rund 200.000 künstliche Kniegelenke werden in Deutschland jedes Jahr eingesetzt. Damit gehört die Knie-Operation zu den häufigsten planbaren Eingriffen überhaupt. Und trotzdem erlebe ich in der Sprechstunde immer wieder dasselbe: Die meisten Patienten wissen erstaunlich wenig darüber, was sie in der Zeit vor der Operation selbst tun können.
Dabei entscheidet genau diese Zeit oft darüber, wie gut die Operation verläuft. Ob sie überhaupt nötig ist. Und wie schnell man danach wieder auf den Beinen steht.
Die folgenden sieben Punkte sind keine Geheimtipps. Es ist das, was Orthopäden und Physiotherapeuten ihren Patienten raten, wenn genug Zeit für ein ehrliches Gespräch bleibt.
- Holen Sie eine unabhängige Zweitmeinung ein
- Schöpfen Sie die konservative Behandlung wirklich aus
- Bauen Sie gezielt Muskulatur auf
- Nehmen Sie den Kniegelenken Last ab
- Unterschätzen Sie die Nächte nicht
- Bereiten Sie Wohnung und Reha rechtzeitig vor
- Lassen Sie sich nicht drängen, aber warten Sie nicht ewig
Holen Sie eine unabhängige Zweitmeinung ein
Das Wichtigste zuerst: Eine Knie-Operation ist fast immer ein planbarer Eingriff. Es gibt keinen Grund, die Entscheidung unter Druck zu treffen.
Viele wissen nicht, dass gesetzlich Versicherte seit Oktober 2020 einen Rechtsanspruch auf eine kostenlose Zweitmeinung haben, bevor ein künstliches Kniegelenk eingesetzt wird. Ein unabhängiger Facharzt prüft dann, ob die Operation zum jetzigen Zeitpunkt wirklich notwendig ist und welche Alternativen es gibt.
Warum das sinnvoll ist? Fachleute schätzen, dass etwa jede dritte orthopädische Operation in Deutschland zum Zeitpunkt der Empfehlung nicht notwendig wäre. Das heißt nicht, dass Ihr Arzt Ihnen etwas Falsches rät. Es heißt nur: Bei einem Eingriff, der sich nicht rückgängig machen lässt, darf man zweimal fragen.
Ihr Arzt muss Sie auf das Recht zur Zweitmeinung hinweisen. Fragen Sie Ihre Krankenkasse nach qualifizierten Zweitmeinungsärzten in Ihrer Nähe. Lassen Sie sich alle Befunde und Bilder aushändigen, darauf haben Sie Anspruch. So müssen die Untersuchungen nicht wiederholt werden.
Schöpfen Sie die konservative Behandlung wirklich aus
Nicht das Röntgenbild entscheidet über eine Operation. Es gibt Menschen mit stark abgenutztem Knorpel, die kaum Beschwerden haben. Und Menschen mit unauffälligen Bildern, die vor Schmerzen nicht schlafen können. Entscheidend ist der Leidensdruck im Alltag, nicht der Befund auf dem Papier.
Deshalb gilt: Bevor operiert wird, sollten die nicht operativen Möglichkeiten ernsthaft versucht worden sein. Dazu gehören eine konsequente Physiotherapie über mehrere Monate, gelenkschonende Bewegung wie Radfahren oder Schwimmen, eine Anpassung der Belastung im Alltag und bei Bedarf eine begleitende Schmerzbehandlung.
„Ernsthaft versucht" bedeutet dabei nicht sechs Termine Krankengymnastik. Es bedeutet Wochen und Monate regelmäßiger Arbeit. Viele Patienten sind überrascht, wie viel sich dadurch noch bewegt. Und falls die Operation am Ende doch nötig wird, hat diese Zeit nichts gekostet. Im Gegenteil, sie hat den Körper vorbereitet.
Bauen Sie gezielt Muskulatur auf
Das ist der Rat, den ich am häufigsten gebe und der am häufigsten unterschätzt wird: Wer stärker in die Operation geht, kommt schneller wieder heraus.
Fachleute nennen das Prähabilitation, also Reha vor dem Eingriff. Untersuchungen deuten darauf hin, dass gut vorbereitete Patienten nach der Operation weniger Schmerzen haben, kürzer im Krankenhaus bleiben und schneller wieder in ihren Alltag finden. Der Grund ist einfach: Die Muskulatur rund um das Knie führt und stabilisiert das Gelenk. Je kräftiger sie vor der Operation ist, desto besser trägt sie Sie danach durch die Reha.
Idealerweise beginnen Sie 4 bis 6 Wochen vor dem Termin, abgestimmt mit Arzt oder Physiotherapeut. Bewährt haben sich Kräftigungsübungen für Oberschenkel und Hüfte, Beinachsentraining und Übungen für das Gleichgewicht. Auch wer erst kurz vor dem Termin beginnt, profitiert noch. Jede Woche zählt.
Fragen Sie außerdem in Ihrer Klinik nach: Immer mehr Häuser bieten strukturierte Vorbereitungsprogramme an.
Nehmen Sie den Kniegelenken Last ab
Das Kniegelenk trägt bei jedem Schritt weit mehr als Ihr Körpergewicht. Beim Treppensteigen wirkt etwa das Drei- bis Vierfache des Körpergewichts auf das Gelenk. Als Faustregel gilt: Ein Kilo weniger auf der Waage bedeutet rund drei Kilo weniger Last auf dem Knie.
Wer 5 Kilo abnimmt, entlastet das Gelenk bei jeder Stufe um etwa 15 bis 20 Kilo. Das spürt man. Studien zeigen, dass schon eine moderate Gewichtsabnahme die Beschwerden beim Treppensteigen deutlich lindern kann.
Wichtig ist der Weg dorthin: keine Crash-Diät vor der Operation, sondern eine ausgewogene, eiweißreiche Ernährung. Der Körper braucht Reserven für die Wundheilung. Besprechen Sie das Vorgehen mit Ihrem Arzt, gerade wenn der Termin schon feststeht.
Unterschätzen Sie die Nächte nicht
Ein Punkt, der in kaum einem Aufklärungsgespräch vorkommt: der Schlaf. Dabei berichten viele Patienten in der Zeit vor der Operation von unruhigen Nächten. Das Knie findet keine Position, das Drehen im Schlaf schmerzt, morgens fühlt sich das Gelenk steif und dick an.
Schlechter Schlaf ist mehr als lästig. Wer wochenlang unausgeruht ist, geht geschwächt in die Operation und hat weniger Kraft für die Vorbereitung tagsüber. Deshalb gehört das Thema auf diese Liste.
Was helfen kann: das Bein nachts leicht erhöht lagern, ein Kissen zwischen den Knien in Seitenlage und eine leichte, gut sitzende Kniebandage, die das Gelenk stützt und Schwellungen begrenzt. Entscheidend ist dabei das Material. Klassische Bandagen aus Neopren stauen Wärme, die Haut schwitzt und juckt, und nach ein bis zwei Stunden wird die Bandage abgestreift. Genau deshalb setzen viele Physiotherapeuten inzwischen auf Bandagen aus Bambusfaser, etwa den Eliyra BambooKnee™. Das Material bleibt kühl und trocken und wird deshalb auch wirklich die ganze Nacht getragen. Denn die beste Bandage nützt nichts, wenn sie um zwei Uhr morgens auf dem Nachttisch liegt.
Der gleiche Vorteil gilt übrigens tagsüber. Weil das Material nicht schwitzt und unter einer normalen Hose kaum aufträgt, können Sie die Bandage auch beim Einkaufen, beim Spaziergang oder bei den Übungen aus Punkt 3 tragen. Viele Patienten berichten, dass ihnen das Stützgefühl auf Treppen und unebenen Wegen wieder Sicherheit gibt. So wird aus der Nachtlösung eine Begleitung durch den ganzen Tag.
Eine Bandage ersetzt keine Behandlung und verschiebt keine Operation. Sie kann aber helfen, die Wochen bis zum Termin erträglicher zu machen: weniger nächtliches Aufwachen, weniger Morgensteifigkeit, mehr Sicherheit beim Gehen. Sprechen Sie im Zweifel mit Ihrem Physiotherapeuten darüber.
Bereiten Sie Wohnung und Reha rechtzeitig vor
Die ersten Wochen nach einer Knie-Operation sind anstrengend. Vieles davon lässt sich vorher entschärfen, solange Sie noch gut zu Fuß sind:
- ✓ Stolperfallen beseitigen: lose Teppiche, Kabel und glatte Läufer aus den Laufwegen entfernen.
- ✓ Wichtiges nach unten räumen: Was Sie täglich brauchen, sollte ohne Bücken und ohne Leiter erreichbar sein.
- ✓ Hilfsmittel klären: Gehstützen, Toilettensitzerhöhung und Greifzange rechtzeitig besorgen oder verordnen lassen.
- ✓ Reha-Platz sichern: Die Anschlussheilbehandlung wird meist über die Klinik organisiert. Fragen Sie trotzdem früh nach, ob alles beantragt ist.
- ✓ Unterstützung organisieren: Einkaufen, Fahrten, Haushalt. Klären Sie vor der Operation, wer in den ersten Wochen hilft.
- ✓ Klinik bewusst wählen: Zentren mit hohen Fallzahlen erzielen im Schnitt bessere Ergebnisse. Fragen zu stellen ist erlaubt.
Lassen Sie sich nicht drängen, aber warten Sie nicht ewig
Zum Schluss der vielleicht schwierigste Punkt, weil er keine einfache Antwort hat.
Auf der einen Seite: Eine Knie-Operation ist ein planbarer Eingriff. Es gibt keinen idealen Zeitpunkt nach dem Motto „ab Arthrosegrad vier muss operiert werden". Sie entscheiden, nicht das Röntgenbild. Lassen Sie sich Zeit für Zweitmeinung, Vorbereitung und die Frage, was Sie sich vom Eingriff erhoffen.
Auf der anderen Seite: Warten ist keine Behandlung. Wenn der Schmerz Ihren Alltag bestimmt, Sie Wege meiden, Aktivitäten absagen und die Muskulatur durch Schonung immer weiter abbaut, verschlechtert sich Ihre Ausgangslage für jede Therapie, auch für eine spätere Operation.
„Der richtige Zeitpunkt ist nicht der, an dem das Röntgenbild schlimm genug aussieht. Es ist der, an dem Sie alles versucht haben und der Schmerz trotzdem Ihr Leben bestimmt."
— Dr. Thomas Kurtz, Orthopädie & Sportmedizin
Mein Rat: Vereinbaren Sie mit Ihrem Arzt feste Kontrolltermine und ehrliche Kriterien. Woran merken wir, dass die konservative Behandlung trägt? Und woran, dass es Zeit für den nächsten Schritt ist? So treffen Sie die Entscheidung gemeinsam und nicht aus Erschöpfung.
Das Wichtigste in Kürze
Die Zeit vor einer Knie-Operation ist keine Wartezeit. Es ist die Phase, in der Sie am meisten selbst beeinflussen können: ob operiert wird, wie gut Sie vorbereitet sind und wie schnell Sie danach wieder auf den Beinen stehen. Holen Sie eine Zweitmeinung ein, bauen Sie Kraft auf, entlasten Sie das Gelenk, schlafen Sie so gut wie möglich und bereiten Sie das Danach vor.
Nichts davon erfordert Mut zum Risiko. Nur die Entscheidung, diese Wochen zu nutzen statt sie abzusitzen.
Was Betroffene berichten
Gisela H., 64, Hamburg
„Acht Wochen nach der Diagnose hat mein Chirurg gesagt, der Fortschritt sei bemerkenswert. Ich trage die Bandage jede Nacht seit Woche zwei. Das ständige Ziehen, das mich aufgeweckt hat, ist weg."
Renate M., 66, Freiburg
„Mein Knie ist nicht perfekt. Aber ich fühle mich wieder wie ich selbst. Nach drei Wochen war der Morgen das erste Mal seit Monaten nicht mehr das Schwierigste des Tages."
Kniebandage aus Bambusfaser. Stützt das Gelenk, bleibt kühl und trocken und lässt sich deshalb den ganzen Tag und die ganze Nacht tragen, ohne zu stören.
Entwickelt in Deutschland · Versandkostenfrei · Schneller Versand
Tragen Sie den BambooKnee™ bis zu 60 Tage. Wenn Sie keine spürbare Verbesserung bemerken, erhalten Sie den vollen Kaufpreis zurück, ohne Fragen.
* Hierbei handelt es sich um eine bezahlte Werbeanzeige. „Dr. Thomas Kurtz" ist eine redaktionelle Figur, die die Erfahrungen und Empfehlungen zusammenfasst, auf denen dieser Ratgeber basiert. Die genannten Zahlen und Empfehlungen stützen sich auf öffentlich zugängliche Quellen, unter anderem zum gesetzlichen Zweitmeinungsverfahren nach § 27b SGB V. Der Eliyra BambooKnee™ ist kein Medizinprodukt und ersetzt keine medizinische Beratung, ärztliche Behandlung, operative Versorgung oder physiotherapeutische Begleitung. Er dient als ergänzende Unterstützung und ist nicht zur Behandlung von Erkrankungen bestimmt. Die beschriebenen Erfahrungen sind individuell und können variieren. Bei Fragen zu Ihrer Knieerkrankung oder einem geplanten Eingriff wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt oder Physiotherapeuten. Alle Preisangaben inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten.